Wenn Volker Wissing behauptet, die Realität heute sei ein sehr präziser Umgang mit Pflanzenschutzmitteln widersprechen wir entschieden.

Die via Transparenzgesetzt soeben erhaltenen Rückstandsdaten in rheinland-pfälzischen Bienenvölkern zeigen über 50 verschiedene Wirkstoffe von 2016 bis 2018 an einem einzigen Bienenstand, Tendenz zunehmend. Diese Rückstände finden sich in Blütenpollen und sind somit für andere blütenbesuchende Insekten ebenso problematisch. Die Höchstmengenüberschreitungen nehmen von Jahr zu Jahr zu und die Rückstandsmenge steigt von 1500 µg/kg 2016 über 4000 µg/kg 2017 bis über 8000 µg/kg 2018.  

Damit ist unter der staatlich gesteuerten chemischen Landwirtschaft des Herrn Wissing Rheinland-Pfalz bundesweit zum Spitzenreiter avanciert. Chemikalien werden dadurch zum Pflanzenschutzmittel, dass sie entsprechend den Reglementierungen zielgenau auf eine Zielpflanze angewandt werden. Bienenvölker sind keine Zielpflanzen. Dieser Grundsatz wird ganz offensichtlich in Rheinland-Pfalz missachtet. Im Interview übernimmt Wissing die Verantwortung, da „der Staat … die Bauern in eine bestimmte Richtung ausbildet“. FDP-Politik mit einseitiger staatlicher Landwirtschaft? Chemische Landwirtschaft als Ideologie?  

Kontrollen der Anwendung auf dem Acker finden mangels Personal kaum mehr statt. Beim Thema Pestizidmonitoring steckt Wissing den Kopf in den Sand. Er will die Realität einfach ignorieren. Lächerliche sieben Messpunkte gibt es in Rheinland-Pfalz. Wir brauchen nicht mehr Pflanzenschutzmittel, wir brauchen mehr Rückstandsmessungen in Rheinland-Pfalz. 

Die Rückstandsdaten finden Sie hier: 
https://imkerverband-rlp.de/wp-content/uploads/2020/01/DeBiMo-PSM-Belastung-Bienenbrot-Ingelheim-2016-2018_10.01.2020.pdf