DSC 0036Von Hansgerd Walch.

An dem Tag des Gedenkens „75 Jahre Auschwitz“ fand auch in der jüdischen Synagoge zu Speyer eine öffentliche Gedenkfeier für die Opfer des Nationalsozialismus statt. Unter den Schlagwörtern „Erinnern - Gedenken - Mahnen“ erinnerte man in diesem Jahr der Zwangsarbeiter. Die Oberbürgermeisterin Stefanie Seiler (SPD) und Schülerinnen und Schüler der Edith-Stein-Realschule, de Edith-Stein-Gymnasium, des Hans-Purmann-Gymnasiums und des Nikolaus-von-Weis Gymnasiums mit nachdankenswerten Betrachtungen gestalten das Gedenken, begleitet an der Violine von Anja Bosl-Ridder und am Klavier von Thomas Denzinger.

Rrof. Dr.Roman Herzog sagte „Die Erinnerung darf nicht enden, sie muß auch kündige Generationen zur Wachsamkeit mahnen. Es ist wichtig, eine Form des Erinnerns zu finden, die in die Zukunft wirkt, sie soll Trauer über Leid und Verlust ausdrücken, dem Gedenken an die Opfer gewidmet sein und jeder Gefahr der Wiederholung entgegenwirken“ 

 

Robert König (Engländer aus Manchester) erinnerte letztes Jahr mit 45 hölzernen Skulpturen auf dem Platz vor dem Bürgerbüro an die Zwangsarbeiter aus Polen, unter denen auch seine Mutter war.

In Speyer waren es die Flugzeugwerke, Siemens und Halske, die Firma Heß, die Schuhfabrik Rovo, die Tabakfabrik Brinkmann und die Gemüsekonservenfabrik Wirth, die in den Unterlagen des historischen Vereins Speyer genannt werden, Minder freiwillige Zivilarbeiter, Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene wurden in kleineren Betrieben, in der Landwirtschaft, in kommunalen und kirchlichen Einrichtungen beschäftigt. Es waren „preiswerte“ Arbeitskräfte, die vorwiegend aus dem Osten oder Frankreich kamen. In kurzen, aber eindrucksvollen Passagen stellen die Schülerinnen und Schüler das Leben einzelner dieser Menschen vor. Mit dem Gebet „Kaddisch“ gedachte man allen Opfer des Nationalsozialsmus. Zwei Schülerinnen  zeigten fremdenfeindliche, terroristische, antisemitische und rassistische Taten aus der heutigen Zeit auf, unterbrochen von den entsprechenden Paragraphen des Grundgesetzes, die Stefanie Seiler zitierte, auf. 

Mit dem „Hava Nagila“ endete die Feierstunde und lies die zahlreichen Besucher nachdenklich den Heimweg antreten.