...es ist jetzt ungefähr 10 uhr am abend.
ich sitze hier und weiß nicht, was ich denken soll.
1000 gedankenfetzen schwirren in meinem kopf, bekomme sie nicht sortiert. chaos!

 habe heute zu wenig gegessen und hab ziemlichen hunger. was solls. grad mal noch ne schachtel kippen. das wird wieder eine nacht werden...

bin nun seit einem jahr draussen auf der strasse. abgehauen.
es ist nacht und ich sitz hier auf der treppe des mächtigen museumsbaus. fette säulen rechts und links neben mir, im rücken ein uraltes eisengitter...

es regnet. grelles, orangenes licht der scheinwerfer trifft das pflaster des riesigen vorplatzes. zwischen den steinen steht das wasser.
geometrisch sortiert schimmern die wellen der kleinen tröpfchen, wenn sie in die rillen stürzen.

mir ist kalt. durchnäßt vom ewigen regen. vormir läuft eine straße. autos fahren vorbei und verschwinden oft röhrend in den kleinen gassen.
wind kommt auf. ich ziehe mich noch weiter in meinen unterschlupf zurück, bis zum kalten eisen des großen tores.

leute laufen vorbei. alleine, zu zweit, in gruppen. hastig, laut lachend oder stumm. sie laufen vorbei, ohne mich zu sehen. auch wenn sie herschauen sehen sie mich nicht. wollen mich nicht sehen.
was mag nur in den leuten vorgehen?

der regen wird schlimmer, bald ist keiner mehr draußen zu sehen. ich bin alleine. bin neu in dieser stadt. pech. wo soll ich heute pennen? kenne keinen und bei regen trifft man niemand.

vor mir in den häusern geht das licht aus. es ist schon 1 uhr durch. rauche meine letzte kippe, versuche mich hinzulegen. extrem kalt der steinboden, alle klamotten naß. wie soll das weitergehen?

die leute in den häusern haben es gut. es ist warm und es gibt was zu essen.

warum bin ich nur abgehauen? warum ist mein leben nur so scheiße?

warum?

David