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Von Klaus Stein "Wir haben in der Silvesternacht gefiebert, ob vor Mitternacht noch ein Einsatz kommt." Kre...
Kommentar von Klaus Stein "Da wird plötzlich konstruktiv miteinander geredet, wenn keine Presse mit dabei ist"...
Mit einer dreistündigen Klausur zu wichtigen Stadtentwicklungsthemen hat Oberbürgermeisterin Stefanie Seiler ein erstes ...
Neue Speyerer Oberbürgermeisterin nimmt "Hürde" Neujahrsempfang in voller Stadthalle mit Bravour - Seiler überzeugt mit ihrer Rede - "wenig Licht" beim Amtsantritt
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SPEYER | Uebersicht Speyer
Freitag, den 11. Januar 2019 um 23:21 Uhr
Von Klaus Stein
Die Speyerer Stadthalle war in diesem Jahr wieder gut gefüllt beim Neujahrsempfang der Stadt. Sicherlich waren einige gekommen die miterleben wollten, wie sich die "Neue", die gerade erst ins Amt gekommene Oberbürgermeisterin Stefanie Seiler, schlägt. Und die hat es gut gemacht, so das  Urteil der meisten Besucher. Andrea Veth, Vorsitzende der Leistungsgemeinschaft "Das Herz Speyers" gefiel das rote Kostüm der Oberbürgermeisterin und sie kann das beurteilen, ist ja Fachfrau, mit ihrem Hutgeschäft selbst im Modebereich tätig.

Überhaupt hatten sich alle für diesen festlichen Anlass chic gemacht, ob Damen oder Herren.
Auch Seilers Rede kam gut an, denn sie hat alle wesentlichen politischen Handlungsfelder angesprochen, ohne allerdings noch allzu konkret zu werden. Kein Wunder, denn sie übt das Amt ja erst einige Tage aus. Wie aus gut unterrichteten Kreisen aus dem Stadthaus zu hören war, begann Seilers erster Arbeitstag im neuen Amt im wahrsten Sinn des Wortes dunkel, denn im OB-Amtszimmer gab es keine Lampen. Was war geschehen? hatte jemand die Sicherung herausgedreht? Wollte man die Neue im Dunkeln tappen lassen? Nein, es war keine Verschwörung, denn Hansjörg Eger habe die Lampen, die er einst von Zuhause mitgebracht hatte, zurecht wieder mitgenommen.
Eine Deckenleuchte gab es nicht und  nur dank einer geliehenen Schreibtischlampe aus dem Vorzimmer musste Stefaie Seiler nicht ganz im Dunkeln agieren, konnte an ihrer Rede und Sonstigem feilen.
Eine Reihe von Projekten könnten 2019 abschlossen und sich neuen Aufgaben zugewandt werden, so Seiler: Stabilisierung des Wohnungsmarktes, Entwicklung des Industriehofes, ein zukunftsfähiges Mobilitätskonzept, der Ausbau der  interkommunalen Zusammenarbeit, neue Formen der Bürgerbeteiligung, die Verwaltungsmodernisierung, der Neubau der Feuer- und Rettungswache, die Innenstadtentwicklung, die Umgestaltung des Postplatzes, aber auch die Stärkung unserer Wirtschaftsförderung, nannte sie als wichtige Themen.
Sie werde mit Zuversicht nach vorne blicken und setze dabei auf die Beteiligung der Menschen: "Kommunales Marketing, Stadtentwicklung und Stadtplanung stehen also vor ganz neuen Herausforderungen. Modernisierung und Integration, Bewältigung sozialer Aufgaben und Abfederung des Wandels sind hier nur einige Stichworte. Lebensqualität zu sichern, auch im Hinblick auf eine sich allmählich verändernde Bevölkerungsstruktur, das wird zum Ausweis einer auf die Zukunft gerichteten Politik. Und, wie ich bereits erwähnte, Politik, demokratische Politik fußt auf Mitsprache; ein demokratisches Gemeinwesen ist auf Integration und Teilhabe gerichtet. Gerade hier hat unsere Stadt ihren Bewohnerinnen und Bewohnern einiges zu bieten."
Frühzeitige Bürgerbeteiligung sei heute das A und O jeder Stadtentwicklung. Großprojekte könnten nur erfolgreich umgesetzt werden, wenn die Stadt transparent vorgehe und wenn die Bürgerschaft das Vorhaben mitträgt.
Ein wichtiges Kriterium für Familienfreundlichkeit sei ein ansprechendes Wohnangebot für Jung und Alt und das Zusammenleben aller Generationen: "Wir müssen darauf bedacht sein, in Speyer mehr bezahlbaren  Wohnraum zu schaffen, denn auch in diesem Segment wächst der Bedarf kontinuierlich."
In Speyer sei für Rassismus, Diskriminierung und Ausgrenzung kein Platz, betonte Seiler" "Unsere Stadt ist weltoffen. Unsere Stadt ist bunt. Wir leben Toleranz und Vielfalt und tun alles dafür, damit Integration gelingt." (Fotos: ks)
 
 
Die Ansprach der Oberbürgermeisterin im vollen Wortlaut:
Sehr geehrte Damen und Herren! Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger!
„Man kann nicht in die Zukunft schauen, aber man kann den Grund für etwas Zukünftiges legen – denn Zukunft kann man bauen.“ Mit dieser Maxime des französischen Schriftstellers Antoine de Saint-Exupéry, mit der ich auch 2018 angetreten bin, möchte ich Sie, meine Damen und Herren, im noch jungen Jahr 2019 begrüßen. Ich freue mich, dass so viele Speyerinnen und Speyerer der Einladung zum heutigen Neujahrsempfang gefolgt sind, um hier in unserer Stadthalle zu einem Gedankenaustausch über Gegenwart und Zukunft unserer Stadt zusammenzukommen. 
So begrüße ich sehr herzlich Herrn Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann, Herrn Kirchenpräsidenten Christian Schad, dem ich an dieser Stelle zur gestern verliehenen Ehrendoktorwürde der Universität Mainz gratuliere, sowie – auch stellvertretend für die zahlreichen hier ansässigen Behörden – den Rektor der Deutschen Universität für Verwaltungswissenschaften, Herrn Prof. Dr. Holger Mühlenkamp. 
Die Zukunft zu gestalten, unsere Stadt zukunftsfähig zu machen, ihre gegenwärtige Lebensqualität zu sichern und für die kommenden Jahre noch zu verbessern – darauf waren und sind die Anstrengungen von uns allen gerichtet. Die Anstrengungen der gewählten Politikerinnen und Politikern und die Anstrengungen von Ihnen, den Bürgerinnen und Bürgern, die sich für ihr Gemeinwesen engagieren.
Ich freue mich daher, heute Abend Frau Ministerin Anne Spiegel, als Vertreterin der Landesregierung, willkommen heißen zu dürfen. Ich
begrüße auch den Landtagsabgeordneten des Wahlkreises Speyer, Reinhard Oelbermann und meine Stadtvorstandskollegin Bürgermeisterin Monika Kabs sowie die anwesenden Mitgliedern des Speyerer Stadtrats. Ein herzliches Willkommen gilt auch den Vertreterinnen und Vertretern der Speyerer Vereinslandschaft, der Kunst- und Kulturszene, der hiesigen Wirtschaft und auch den Angehörigen von Polizei, Feuerwehr, Rettungskräften, des THW und natürlich auch der Stadtverwaltung und der städtischen Gesellschaften heute Abend so zahlreich gekommen sind. 
Zukunft kann man bauen – das heißt natürlich, in der Gegenwart aktiv zu werden. Etwas zu tun, um Speyer gut zu positionieren und das jetzige Lebensumfeld zu verbessern, aber auch ein Bild von der Zukunft unserer Stadt zu entwerfen und Strategien zu entwickeln, dorthin zu gelangen. Gegenwart steht immer im Spannungsfeld von Zukunft und Vergangenheit. Gerade der Jahreswechsel lädt dazu ein, sowohl zurück- als auch vorauszublicken. Rückblicke zeigen, wo wir stehen und so gab es im letzten Jahr zahlreiche Gelegenheiten auf das Vergangene zurückzublicken, nicht nur im Rahmen des Wahlkampfes. Deshalb möchte ich gemeinsam mit Ihnen als neue Oberbürgermeisterin dieser schönen Stadt den Blick nach vorne richten - ohne das Erreichte aus den Augen zu verlieren. Ich bin mir auch sicher, dass Sie heute Abend Ihre ganz persönlichen Erwartungen an das neue Jahr und an mich als neue Oberbürgermeisterin mitgebracht haben. 
Wir haben viel für Speyer erreicht – in gemeinsam getragenen Beschlüssen, in enger Zusammenarbeit von Politik, Wirtschaft und Verwaltung, unter Mitwirkung vieler ehrenamtlich Tätiger. Deshalb möchte ich heute allen danken, die sich eingebracht und eingesetzt haben. Ihre Leistungen waren – und sind – unverzichtbar. Hieran können und werden wir in diesem Jahr anknüpfen. 
Darüber hinaus können wir 2019 eine ganze Reihe von Projekten abschließen und uns neuen Aufgaben zuwenden: Stabilisierung des Wohnungsmarktes, Entwicklung des Industriehofes, ein zukunftsfähiges Mobilitätskonzept, der Ausbau der  interkommunalen Zusammenarbeit, neue Formen der Bürgerbeteiligung, die Verwaltungsmodernisierung, der Neubau der Feuer- und Rettungswache, die Innenstadtentwicklung, die Umgestaltung des Postplatzes, aber auch die Stärkung unserer Wirtschaftsförderung – das sind nur einige wichtige Themen, die ich hier benennen will. 
Aber wir müssen all diejenigen viel stärker wertschätzen und unterstützen, die sich in unserer Gemeinschaft engagieren: in Vereinen und Initiativen, in Kultur und Sport, im sozialen Bereich und in Kirchen. Sie sind es, die aus Speyer eine lebendige, offene und soziale Stadt machen. Das heißt auch, dass sich der Stil in Politik und Verwaltung ändern muss. Wir brauchen viel mehr Bürgernähe, Dialog und Transparenz in Entscheidungen, wir brauchen eine neue politische Debattenkultur und es gilt, das Potenzial der vielen motivierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Verwaltung besser einzusetzen.
Darum werde ich mich als Ihre Oberbürgermeisterin intensiv kümmern – denn ja, Speyer ist eine lebendige Heimatstadt für uns alle, aber ich hatte Ihnen im Wahlkampf ja versprochen, dass Speyer mehr kann.
Wir Speyerinnen und Speyerer fühlen uns mit unserer Stadt verbunden. Das zeigt sich immer wieder auf vielfältige Weise. Viele Bürgerinnen und Bürger engagieren sich ehrenamtlich. Sie werden aktiv, wenn sie eine Notlage sehen; sie bringen sich ein, um ihr Umfeld zu gestalten, sie stellen viel auf die Beine, um das Leben in Speyer zu bereichern. Dies haben hunderte von Bürgerinnen und Bürger am vergangenen Samstag wieder eindrucksvoll bewiesen, indem sie einer kleinen Gruppe von Neonazis gezeigt haben, dass in Speyer für Rassismus, Diskriminierung und Ausgrenzung kein Platz ist. Unsere Stadt ist weltoffen. Unsere Stadt ist bunt. Wir leben Toleranz und Vielfalt und tun alles dafür, damit Integration gelingt. 
Und so sind Zusammenhalt und Gemeinschaftsgefühl von zentraler Bedeutung für eine lebendige Stadt. Dies sollte sich auch in der Politik und der Verwaltung wiederspiegeln. Deshalb strebe ich nach einem Gleichklang von Politik, Verwaltung und Bürgerschaft, denn diese drei Komponenten bilden auf Augenhöhe unsere Stadtgesellschaft. Die Menschen, das soziale Leben sollten im Mittelpunkt stehen. Ich verstehe das Amt der Oberbürgermeisterin als Verpflichtung, mich aller Themenkomplexe anzunehmen. Der Entwicklungsprozess einer Stadt muss gesteuert und moderiert werden unter Einbezug der Bürgerinnen und Bürger, deren politischer Vertretung und von Fachleuten.
Damit schaffen wir eine Basis, um etwas zu bewegen und um eine zukunftsweisende Politik zu betreiben. Denn die Spielräume, meine Damen und Herren, Sie wissen es, die Spielräume werden immer enger. Das Diktat der leeren Kassen kann nicht nur manch hochfliegende Pläne platzen lassen, die notwendigen Sparmaßnahmen gehen auch oft ans Eingemachte. Dass es mit den Finanzen der Kommunen oft nicht zum Besten bestellt ist, ist mittlerweile ein Gemeinplatz. Die Aufgaben – und damit auch die Ausgaben – werden aber dennoch umfangreicher. Wir brauchen, um nur einiges zu nennen, Kindergärten und Schulen sowie Sport- und Kultureinrichtungen, wir müssen uns um Sicherheit und Ordnung aber auch um Nahverkehr und Wirtschaftsförderung kümmern. Als Politikerinnen und Politiker sind wir hier in der Pflicht und können nicht auf leere Kassen verweisen. Deshalb werde ich mich weiterhin für
eine Gemeindefinanzreform einsetzen, die dazu dient, die finanziellen Grundlagen der kommunalen Selbstverwaltung zu erhalten. Und ich werde alles in meiner Macht Stehende tun, um unsere Stadt Speyer weiterhin attraktiv für Investitionen und Neuansiedlungen zu halten.
Es ist ja bereits ein Gemeinplatz, auf den Wandel hinzuweisen, der sich überall vollzieht oder schon vollzogen hat. Wir leben in einer Gesellschaft des Umbruchs, der Transformation, die von allen ein Umdenken erfordert und uns allen Veränderungen auferlegt. Wir müssen uns von vertrauten Regelungen trennen, wir müssen umbauen und neu bauen. Das ist beileibe kein einfacher Prozess. Dass wir weiteren Wandel brauchen, wirkliche Reformen, das ist eigentlich keine Frage. Wir wissen, dass wir etwas tun müssen, bspw. für den Wohnungsmarkt oder für die Digitalisierung. Es sind gewiss große Aufgaben, die wir in den kommenden Monaten und Jahren zu bewältigen haben.
Als Oberbürgermeisterin werde ich die Augen aber auch vor Problemen nicht verschließen, sondern alles dafür tun, dass die Menschen nicht auf der Strecke bleiben.
Die Zukunft können wir nur gestalten, wenn wir mit Zuversicht nach vorne blicken. Weiter aber kommen wir, wenn wir uns zutrauen, neue Perspektiven zu entwickeln und mit Selbstvertrauen daran arbeiten, etwas für unser Gemeinwesen zu erreichen.
Insbesondere die Bürgerinnen und Bürger, die sich politisch für unsere Stadt einsetzen und engagieren, müssen frühzeitig in die Planungsprozesse eingebunden werden, durch eine transparente Politik in den kommunalen Gremien. Und hier möchte ich auf Ausführungen unseres langjährigen Oberbürgermeisters Dr. Christian Roßkopf zurückgreifen, der schon vor Jahrzehnten trefflich formuliert hat, dass
sich im Stadtrat und den Ausschüssen, der Bürgerwille artikuliert. Dass das übergeordnete Ziel das Wohl unserer Bürgerinnen und Bürger ist. Die Suche nach dem größtmöglichen Konsens bedarf zwar vieler Gespräche, des Austauschs von Argumenten und manchmal auch hartnäckiger Debatten. Dies ist aber meiner vollen Überzeugung nach gerade auf kommunaler Ebene immens wichtig. Als Oberbürgermeisterin werde ich mich dafür einsetzen. 
Für die Entwicklung unserer Stadt ist eine starke und effektive Verwaltung in all ihren Bereichen von zentraler Bedeutung. Nur im gegenseitigen Vertrauen und mit einem ausreichenden Teamgeist innerhalb der Verwaltung können wir Bürgerfreundlichkeit und Service auch leben.
Allen Bürgerinnen und Bürgern, die hier wohnen und arbeiten, Lebensqualität und ein ansprechendes Umfeld zu bieten, das war, ist und bleibt mein zentrales kommunalpolitisches Anliegen. 
Die kleinen und mittelständischen Unternehmen, die Industrie und den Dienstleistungsbereich gilt es zu stärken. Sie bilden die Grundlage für unsere Wirtschaftskraft und sichern Arbeitsplätze. Im Besonderen gilt es aber auch unseren Einzelhandel gerade in der Zeit der Brückensanierung in unserer Stadt zu unterstützen. Dabei freut es mich zu sehen, dass viele Verbände und Multiplikatoren an gemeinsamen Strategien zur Bewältigung dieser Herausforderung arbeiten. 
Zu einer effektiven Wirtschaftsförderung gehören auch Maßnahmen, um Existenzgründungen und die Neuansiedlung von Betrieben zu erleichtern, sowie Schritte, um alteingesessene Firmen und Geschäfte beispielsweise bei Modernisierungsmaßnahmen zu unterstützen. Arbeitsplätze zu erhalten und zu schaffen ist nicht nur ökonomisch von großer Bedeutung, sondern auch ein Ausweis von Lebensqualität und

Zukunftsorientierung. Deshalb werden wir mit unseren Anstrengungen fortfahren, für junge Menschen in unserer Stadt Ausbildungsplätze zu schaffen. Denn eine gute Ausbildung ist die beste Grundlage für eine erfolgreiche berufliche Laufbahn und eine solide Lebensplanung.
Ein weiterer Schwerpunkt unserer Tätigkeit liegt nach wie vor bei der Kinderbetreuung und bei der Bildung. Wir wollen dazu beitragen, Kindern und Jugendlichen in Speyer gute Startchancen zu verschaffen und Eltern die Möglichkeit zu geben, Beruf und Familie zu vereinbaren. Wir wollen uns als kinder- und als familienfreundliche Stadt positionieren. 
Deshalb planen wir weitere Investitionen in unsere Kindergärten. Doch es geht uns nicht nur um Quantität, sondern gleichermaßen um Qualität, denn Erzieherinnen und Erzieher übernehmen heute eine Vielzahl wichtiger Aufgaben. Sie kümmern sich um die frühkindliche Erziehung und die Integration von Kindern, die aus bildungsfernen Schichten und Migrantenfamilien kommen. 
In puncto Schulen stehen der Ausbau und die Sanierung beispielsweise der Pestalozzischule aber auch der Siedlungsschule auf dem Programm. Und ich freue mich sehr, dass es in Speyer nun ab diesem Jahr endlich auch ein Wirtschaftsgymnasium geben wird.
Ein wichtiges Kriterium für Familienfreundlichkeit ist überdies ein ansprechendes Wohnangebot für Jung und Alt und das Zusammenleben aller Generationen. Wir müssen darauf bedacht sein, in Speyer mehr bezahlbaren  Wohnraum zu schaffen, denn auch in diesem Segment wächst der Bedarf kontinuierlich.
Ein weiterer wichtiger Punkt auf der Agenda, der auch die gerade genannten Ziele berührt, bleibt die Integration der Flüchtlinge und Asylsuchenden. Viele werden länger bleiben. Deshalb müssen und wollen wir dafür Sorge tragen, dass sie schnell Deutsch lernen und dass die Kinder unsere Kitas besuchen beziehungsweise nach einer speziellen Förderphase auch am Schulunterricht teilnehmen können. Und wir müssen uns darum kümmern, dass diese Neubürgerinnen und Neubürger Arbeit und angemessene Wohnungen finden.
Ein großes Thema für unsere Stadt bleibt die Inklusion, die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention. Ein großes Thema, weil es um gleiche Chancen für alle Speyerinnen und Speyerer, um die Teilhabe aller geht und weil es viele Bereiche unseres Gemeinwesens betrifft. Unsere Kitas und Schulen sollen für die gemeinsame Betreuung und das Unterrichten von Kindern mit und ohne Handicap gut ausgestattet werden, unsere öffentlichen Räume und Einrichtungen barrierefrei sein. Deshalb steht vor allem für 2019 ein kommunaler Inklusionsbetrieb ganz oben auf der Agenda. 
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Thema Mobilität und auf dem Ausbau unserer Infrastruktur. Das ist für den Alltag sowohl der Menschen wie unserer Unternehmen von großer Bedeutung. Hier ist nicht nur geplant, zentrale Verkehrsadern wie die Wormser Landstraße auszubauen und zu sanieren, sondern auch weiterhin unser Radwegenetz zu erweitern sowie unseren Nahverkehrsplan zu überarbeiten. Das entspricht dem Wunsch vieler Bürgerinnen und Bürger, das trägt dazu bei, unsere Klima- und Umweltschutzziele zu verwirklichen. Hierzu müssen wir – Verwaltung, Politik und Bevölkerung – ein zukunftsfähiges Verkehrsleitbild entwickeln. Auch die Sanierung der Salierbrücke werden wir kreativ „überbrücken“. 
Ein Thema, das uns stark beschäftigen wird, ist der Klimawandel. Wir müssen mehr für unser Klima tun, wir müssen unsere Ökobilanz verbessern. Und so beginnt Umweltschutz bei den Einzelnen: bei jedem
einzelnen Bürger, jeder einzelnen Bürgerin und unserer Stadt. Es liegt in der Entscheidung jedes Bürgers, jeder Bürgerin, mal das Auto stehen zu lassen, Energiesparlampen zu kaufen oder den Stand-by-Modus auszuschalten. Und es liegt in unserer Entscheidung, den öffentlichen Nahverkehr auszubauen. Auch in diesem Jahr werden wir uns wieder bei der Abfallvermeidung aber auch im Bereich der Nachhaltigkeit engagieren. Im Frühjahr wird es den ersten Speyerer Mehrwegbecher geben und ich werde mich weiterhin für den Erhalt des Russenweihers einsetzen.
Meine Damen und Herren, bei allen Planungen liegt mir viel daran, die Bürgerinnen und Bürger frühzeitig und umfassend einzubeziehen. Bürgerbeteiligung ist heute das A und O jeder Stadtentwicklung. Großprojekte können nur erfolgreich umgesetzt werden, wenn die Stadt transparent vorgeht und wenn die Bürgerschaft das Vorhaben mitträgt. Die Bürgerinnen und Bürger wollen heute mitreden und mitmischen, sie sind kreativ und bringen viele gute Ideen und Vorstellungen ein. Deshalb wollen wir die Bürgerbeteiligung weiter ausbauen und damit auch neues Vertrauen in die Politik schaffen. Denn Beteiligung macht nicht nur die kommunalen Entscheidungen transparent, sie hebt auch den Unterschied zwischen, wie es oft heißt, „denen da oben“ und „denen da unten“ auf. Bürgerbeteiligung, meine Damen und Herren, ist gelebte Demokratie. Weite Bereiche unseres kulturellen und gesellschaftlichen Lebens und der Bewältigung unserer sozialen Aufgaben wären ohne das Engagement der Speyrerinnen und Speyrer nicht in der uns vertrauten Form möglich. Immer wieder zeigt sich, dass die Bereitschaft, sich bürgerschaftlich zu engagieren, bei uns nach wie vor groß ist. Und diese Teilhabe möchte ich stärken und ausbauen. Mit neuen Beteiligungsformen und Diskussionsmöglichkeiten. Hierzu werde ich in den ersten 100 Tagen meiner Amtszeit ein Konzept vorlegen.
Manche mögen die Pläne ehrgeizig nennen, aber erreichen lässt sich nur etwas, wenn lohnende Ziele formuliert werden und alle auf sie hinarbeiten. Das geht nicht immer ohne Konflikte, vielleicht auch nicht ohne Rückschläge, doch wenn wir in Speyer etwas bewegen wollen, dann müssen auch wir uns bewegen.
Ich halte es für eine Stärke unserer Stadt, dass viele Speyerinnen und Speyerer Verantwortung für ihren Ort übernehmen und sich für ihre Mitmenschen und das Gemeinwohl engagieren. Vieles, was Speyer lebens- und liebenswert macht, geht auf ihr Handeln oder ihre Initiativen zurück. Vielen Dank dafür. 
Kommunales Marketing, Stadtentwicklung und Stadtplanung stehen also vor ganz neuen Herausforderungen. Modernisierung und Integration, Bewältigung sozialer Aufgaben und Abfederung des Wandels sind hier nur einige Stichworte. Lebensqualität zu sichern, auch im Hinblick auf eine sich allmählich verändernde Bevölkerungsstruktur, das wird zum Ausweis einer auf die Zukunft gerichteten Politik. Und, wie ich bereits erwähnte, Politik, demokratische Politik fußt auf Mitsprache; ein demokratisches Gemeinwesen ist auf Integration und Teilhabe gerichtet. Gerade hier hat unsere Stadt ihren Bewohnerinnen und Bewohnern einiges zu bieten.
Gerade deshalb ist kommunale Selbstverwaltung so bedeutsam. Denn Probleme sollen ja vor Ort gelöst werden, also da, wo sie auftreten und für die Betroffenen spürbar werden, wo dann aber auch ihre Bewältigung erfahrbar ist. Die städtische Selbstverwaltung ist ein Eckpfeiler unserer demokratischen Verfassung. 
Auch Städte und Ortschaften kommen heute nicht darum herum, global zu denken, um dann lokal zu handeln. Deshalb freue ich mich sehr, dass wir in diesem Jahr mehrere Jubiläen mit unseren Partnerstädten feiern werden. Ende Mai 2019 können wir auf 60 Jahre Städtefreundschaft mit  Chartres zurückblicken, im Juni und Juli feiern wir die 30-jährige Verbindung mit Kursk und Ravenna.   
Die Zukunft gestalten, das wollen, das tun wir in unserer Stadt. In vielem sind wir dabei von Entscheidungen abhängig, die nicht in unseren Stadt- und Gemeinderäten, sondern auf Landes-, Bundes- oder sogar EUEbene getroffen werden. Dort haben wir keine direkten Mitgestaltungsmöglichkeiten, können aber durch Wahlen mit darüber bestimmen, in welche Richtung sich unser Land bewegt. Und Sie alle wissen es: Am 26. Mai werden die nächsten Kommunal- und Europawahlen stattfinden. Der Wahlkampf mit seinen Turbulenzen und seinem Werben für den jeweils eigenen Standpunkt wird in den nächsten Wochen anlaufen. Wie jeder und jede einzelne abstimmt, das ist seine und ihre ganz persönliche Sache. Aber ich denke, uns allen sollte daran gelegen sein, dass möglichst viele Bürgerinnen und Bürger zur Wahl gehen, dass also dem Trend zu einer gewissen Wahlmüdigkeit entgegengewirkt wird. Denn es geht um unser aller Zukunft beziehungsweise um die Zukunft unserer Stadt. Niemand sollte sich die Chance nehmen lassen, mit darüber zu befinden, wie unsere Zukunft aussehen könnte und wie an ihr gebaut werden wird. Und wenn es im Wahlkampf spannende Debatten gibt, wenn die Menschen ihre Vorstellungen, Forderungen oder Visionen einbringen, dann kann auch die Politik an Schwungkraft gewinnen.
 „Wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir“, ist am Sockel des Pilgers zu lesen. Auch wenn der historische
Bezug aus Hebräer 13,14 eine andere Stadt meint, so finde ich das doch sehr treffend formuliert, denn es geht um das „Wir suchen gemeinsam“. 
Um künftige Herausforderungen zu bewältigen, braucht die Politik den Diskurs aller gesellschaftlichen Kräfte und die Teilnahme der Bürgerinnen und Bürger. Das gilt sowohl für den Bund wie für die kommunale Ebene. Wir brauchen Debatten darüber, wie wir uns unser Speyer der Zukunft vorstellen, wie Lebensqualität aussehen kann und in welche Richtung die Weichen für Innovationen gestellt werden sollen. Je mehr Bürgerinnen und Bürger sich an solchen Diskussionen beteiligen, desto mehr zukunftsweisende Antworten wird es geben und desto stärker werden gesellschaftliche Veränderungen in der Bevölkerung verankert sein.
Eine Plattform für den Meinungsaustausch bietet auch dieser Neujahrsempfang. Hier, in geselliger Runde, lässt sich gut darüber diskutieren, wie wir im gerade begonnenen Jahr die Grundlage für Zukünftiges entwickeln können. 
Meine Damen und Herren, zum Abschluss will ich allen danken, die sich im letzten Jahr in unserer Stadt engagiert haben, sei es durch aktive Hilfe oder auch durch Spenden. Es gibt heute Abend eine weitere Gelegenheit, großzügig zu handeln und ein gutes Projekt zu unterstützen: Die Spenden-Boxen für die Arbeit des vom Malteser Hilfsdienst organisierten „Café Malta“ sind gut sichtbar im Foyer verteilt. Ein kleiner Infostand informiert über die Arbeit des Cafés.   
Ich danke der Bluebird Big Band unserer Musikschule unter der Leitung von Klaus Gehrlein für die musikalische Umrahmung dieses Empfanges, der Stadtgärtnerei für die kreative Dekoration der Bühne, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Verwaltung für die Vorbereitung
und die Durchführung dieses Empfangs sowie der Domhof-Hausbrauerei für die schon traditionelle flüssige Spende zu diesem Neujahrsempfang. 
Ich danke Ihnen, dass Sie zu diesem Empfang gekommen sind, und wünsche Ihnen ein erfolgreiches, friedliches und gesundes Jahr 2019.
"Kirche braucht auch heute den Anstoß der Suchenden von außen": Bischof, Weihbischof und Generalvikar feiern Gottesdienst mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Bischöflichen Ordinariats
Mit einem Gottesdienst im Kloster St. Magdalena starteten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bischöflichen Ordinariats ins neue Jahr. "Wie die Weisen im Evangelium wollen wir uns auch heute auf den Weg machen, um das Licht des Kindes von Bethlehem in die Welt zu tragen", sagte Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann in seiner Begrüßung. Er zelebrierte den Gottesdienst gemeinsam mit Weihbischof Otto Georgens und Generalvikar Andreas Sturm. Die Kirche brauche auch heute den Anstoß der Suchenden von außen: "Der Stern von Bethlehem geht unentwegt auf in den Herzen der Menschen, die einen Gott suchen, der nicht von Schrecken, Kontrolle oder Angst besetzt ist", so Bischof Wiesemann in seiner Predigt.
Beim anschließenden Neujahrsempfang im Haus der Kirchenmusik warf Generalvikar Andreas Sturm einen Blick auf wichtige Ereignisse im neuen Jahr. Am 15. September stehe wieder ein Katholikentag an, mit neuem Konzept in Kaiserslautern. Auch die Pfarrgremienwahl im November werde für das Bistum entscheidende Bedeutung haben. Einen Schwerpunkt setzte er beim Thema Missbrauch. "Nachdem wir uns in den letzten Wochen des vergangenen Jahres um die juristische Aufarbeitung der Taten gekümmert haben, wird Bischof Wiesemann in den kommenden Wochen Betroffene anschreiben und sie zum persönlichen Gespräch einladen", kündigte er an. Mit diesem Schritt wolle das Bistum Betroffenen eine Stimme geben, "auf sie und ihr Leid hören und gleichzeitig mit ihrer Hilfe lernen, wie wir Kinder und Jugendliche noch besser schützen können". Das Bistum sei auf einem guten Weg, aber noch nicht am Ziel. Gemeinsam mit Bischof Wiesemann werde er sich dafür einsetzen, "dass Täter bei uns nicht gedeckt werden, sondern dass wir Opfern helfen und alles dafür tun, dass wir ein Ort werden, an dem sich Kinder und Jugendliche immer sicherer fühlen."
Auch das Thema Haushalt werde das Bistum im neuen Jahr beschäftigen. "Wir werden unseren Diözesanhaushalt in den kommenden Jahren verkleinern müssen und das wird nicht ohne schmerzhafte Einschnitte gehen", so Generalvikar Sturm. "Was da genau auf uns zukommt, kann ich Ihnen heute noch nicht sagen. Ich will dabei auch nichts übers Knie brechen, sondern mir besonnen alles anschauen und werde dabei auch immer wieder das Gespräch mit Ihnen suchen", warb der Generalvikar um Vertrauen und eine konstruktive Mitarbeit.

 

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