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Auf den Spuren von Burg Marientraut: Schulunterricht der anderen Art in Hanhofen
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VORDERPFALZ | VBG Roemerberg-Dudenhofen
Freitag, den 22. Juni 2012 um 11:32 Uhr
Von Hans Wels
Trotz Seniorenalters ist Manfred Nuber in seinem Engagement ungebremst. Weil den geprüften Kultur- und Weinbotschafter der Pfalz Geschichte schon immer- und nicht nur als Mitinhaber eines Reisbüros- interessierte, gibt er gerne sein im Laufe der Jahre angesammeltes Wissen weiter. Dazu lud er die Schulklasse III b  mit ihrer Lehrerin Rita Stampfer aus Hanhofen zum Marientrauter Fischteich ein, um den Achtjährigen vor Ort die Geschichte über das ehemalige Wasserschloss zu erzählen. „Und wo ist das Schloss heute?“ Darauf eine Schülerin: „Es ist futsch“. "Ja, und das kam so", erläuterte Nuber: Damals hatte der Bischof sogar ein Schloss, nämlich as Hambacher Schloß, das seinerzeit Kästenburg hieß. Diese Burg war ziemlich zerstört. Deshalb habe Raban – so hieß der Bischof – im Jahre 1414  Hanhofen sich eine neue Burg bei Hasnhofen bauen lassen.  Er wollte dadurch seine Rechte gegenüber der Stadt Speyer sichern. „Die Burg sah aus wie das Modell in eurer Schule“.  Mit der neuen Burg waren aber die Leute in Speyer nicht einverstanden. Sie griffen deshalb die Burg schon drei Jahre später an, zerstörten sie und nahmen die Steine als Beute mit. Steine waren etwas kostbares und sehr, sehr teuer. Damit konnten die Speyerer Bürger die Stadtmauern in Speyer verstärken.

Ein späterer Bischof, Matthias, habe die alte Burg 1464 bis 1471 auf größerer Fläche von 6000 Quadratmetern  (so groß wie 17 Sportplätze) neu erbaut und sie mit einer Mauer, mit Türmen und einem Wassergraben geschützt. Er nannte sie Mergentrut. „Mergen“ ist ein altes Wort für Maria. „Trut“ bedeutet lieb und traut, also „Marientraut“.  Manfred Nuber erzählte weiterhin, dass die Burg direkt am Wasser gebaut worden sei. Eine Wasserburg, wie es keine zweite mehr in der Pfalz gegeben habe. Das Wasser kam vom Mühlbach, der als Woogbach durch Hanhofen fließt. Ein verbindenderTunnel zum Bach diente dazu,  den Graben um die Burg mit Wasser zu fluten. Auch die Zugbrücke, die über den Graben zur Burg führte, ist verschwunden. Sie liegt im Gelände irgendwo vergraben. Mit dem Bau der Festung Philippsburg im Jahre 1623, verlor Marientraut seine militärische Bedeutung, fungierte aber weiterhin als Amtssitz. Große Weltpolitik wurde hier nicht beschlossen; es war ein Verwaltungssitz, zunächst als Oberamt Marientraut, später als Unteramt. Zuletzt lebten nur noch wenige Leute in der verfallenen Burg. Was danach mit dem Schloss Marientraut geschehen sei? 1720 hat der Bischof ein neues Rathaus im Dorf bauen lassen. Bis zur französischen
Revolution 1789 war die Burg noch bewohnt. Sie wurde unter der Regierungszeit von Kaiser Napoleon I. versteigert. Das bedeutete, dass die Steine verkauft und damit die gesamte Anlage abgerissen wurde. Was ist von der Burg heute noch zu finden? Ein Zierstein in der Hauptstraße 30 (Bäckerei Lang), der Wassergraben, ein Straßenname „Im Burgfried“ und viele Sandsteine in alten Dorfhäusern und Scheunen. Auch ein Steinabdruck mit der Inschrift: „Hier Marientraut bin ich genannt. Meine Hilf dem Feinde widderstand“. Eifrig machten sich die Schüler/innen Notizen über Nubers spannende Geschichte. Die Notizen würden für den Unterricht aufbereitet, so Lehrerin Stampfer. (spa/Foto:privat)







 

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